Anlass-Stellungen n sind die Anzahl der Stellungen die ein Anlass-Schalter hat. Die Anzahl der Anlass-Stellungen ist immer um 1 größer als die Anzahl der Anlass-Stufen:
n = m + 1
Anlass-Stufen
Anlass-Stufen sind die Anzahl der Widerstandsstufen eines Anlassers, die während des Hochlaufs durch Schalter oder Schütze überbrückt werden. Die Anzahl der Anlass-Stufen hängt vom gewünschten Verhältnis vom des Anlassspitzenstromes I2 zum Schaltstrom I1 ab, bei dem in die nächste Stufe geschaltet wird. Der Stufungsfaktor (griech. Lambda) λ = I2/I1 gibt dabei an, um wie viel der Anlasswiderstand auf der vorhergehenden Stufe größer ist, als auf der folgenden.
Die erforderliche Stufenzahl errechnet sich nach
worin Ra der gesamte Anlasswiderstand und Ri der ohmsche Widerstand des Läufers und evtl. der Leitungen zwischen Läufer und Widerstand ist. Ist ein Schlupfwiderstand vorgesehen, zählt auch dieser zum Ri. λ und m hängen voneinander ab.
Ein kleines λ erfordert eine hohe Stufenzahl und vice versa.
Anlasshäufigkeit
Anlasshäufigkeit ha ist die Anzahl der stündlichen zulässigen Anläufe bei betriebswarmem Anlasser. Für einen Anlasser mit z = 3 und ha = 1 h-1 bedeutet das, nach 3 Anläufen hintereinander muss bis zum nächsten Anlauf eine Stunde gewartet werden, bei ha = 0,33 h-1 würde die Wartezeit 3 Stunden betragen.
Anlasswiderstände
Anlasswiderstände werden heute nur noch zum Starten großer Drehstromasynchronmaschinen mit Schleifringläufer eingesetzt. Der Anlasswiderstand wird im Läuferkreis eingeschaltet und stufenweise abgeschaltet. Er begrenzt den Anlaufstrom des Motors und erhöht dessen Wirkkomponente (Leistungsfaktor) und damit das Antriebsmoment, da nur der Wirkanteil des Stromes für das Moment des Motors.
Der Widerstand und dessen Abstufung bestimmen das Anlaufverhalten des Antriebs.
Die Abstufung wird entweder so ausgeführt, dass von Stufe zu Stufe ein gleich großer Anlaufspitzenstrom I2 fließt, oder (idealerweise) ein definiertes Anlaufverhalten des Motors gegeben ist. Der Quotient I1 / I2 (I1 = Strom bei dem in die nächste Stufe geschaltet wird) gibt an, um wieviel die nächste Stufe kleiner ist, als die vorhergehende und bestimmt die Anzahl der Anlass-Stufen.
Die Schaltung der Anlass-Stufen erfolgte früher mit hand- oder motorbetätigten Schaltwalzen oder Nockenkontrollern mit festem Schaltprogramm. Heute werden hier überwiegend zeit-, strom- oder läuferfrequenzabhängig geschaltete Schütze eingesetzt.
Während bei kleineren Antrieben meist ein Widerstand mit einer festen Abstufung gewählt wird, werden bei großen Motoren, um die Anzahl der Läuferschütze zu begrenzen, die Widerstände dual gestuft. Mit 5 oder 6 Läuferschützen erhält man 25 - 1 bzw. 26 –1 Stufen die entsprechend dem gewünschten Anlaufverhalten ausgewählt und softwareseitig angesteuert werden.